Vor mehr als 80 Jahren rief Albert Einstein zur Gründung von IRC auf. Heute, mehr als je zuvor, fordern die steigende Anzahl und Intensität humanitärer Krisen weltweit Innovation à la Einstein. Im Geiste ihres Gründers hat IRC die Strategie 2020 entwickelt, um Innovation in der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit voranzutreiben.

Was ist IRC 2020?

IRC hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen zu unterstützen, die vor Konflikt, Krieg oder Naturkatastrophen fliehen. Es geht einerseits um das Überleben selbst, andererseits um die Rückkehr in ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben – im Heimatort oder dem Aufnahmeland.

Um betroffene Menschen darin zu unterstützen, ihre Lebenssituation zu verbessern, setzt IRC auf Programme und Maßnahmen, deren Wirkung bereits nachgewiesen ist. So wie sich Konflikte und Krisen verändern, muss sich auch die humanitäre Hilfe verändern und anpassen. Mit der Strategie 2020 hat sich IRC dem Ziel verschrieben, mehr und bessere Hilfe zu leisten - effektiv, mit nachweisbarer Wirkung und an die Umstände andauernder Krisen angepasst."

Es geht vor allem um drei Bereiche:

Instrumente und Systeme für wirkungsvolle Programme aufbauen:

Wissenschaftlich zu belegen, dass die Programme auch tatsächlich wirken und sich die Lebenssituation der Menschen positiv verändern, bildet die Grundlage für erfolgreiche humanitäre Arbeit. Aus diesem Grund hat sich IRC verpflichtet, alle Programme auf Evidenzbasis aufzubauen oder mit ihnen diese Nachweise zu schaffen. 

Schneller mehr Menschen erreichen:

Die Wirkung der Programme hängt auch von Geschwindigkeit und Qualität der geleisteten Hilfe ab. IRC hat sich verpflichtet, innerhalb von 72 Stunden nach einer Katastrophe eine Gesundheitsversorgung zu organisieren, Geld bereitzustellen und sauberes Wasser zu liefern. Das bedeutet neue Arbeitsweisen, neue Vorbereitungen im Vorfeld eines Katastrophenfalls und neue Partnerschaften mit der Privatwirtschaft. Dazu erweitert IRC die Notfallteams, um auf bis zu vier Notfälle gleichzeitig zu reagieren.

Höhere Qualität und Effektivität durch Nachweisbarkeit und Innovation schaffen:

Der Erfolg der Programme basiert nicht allein auf dem täglichen Einsatz der Mitarbeitenden, sondern auch auf systematischer Forschung. Dabei geht es darum, Prozesse und Projekte so zu optimieren, dass sie maximale Wirkung für die Zielgruppe haben. IRC arbeitet auch mit Partnern aus anderen Bereichen wie der Privatwirtschaft zusammen, um neue Ansätze aus diesen Bereichen anzupassen, zu erproben und zu evaluieren. Dabei scheut die Organisation auch nicht vor den grundlegenden Thematiken zurück, die die humanitäre Hilfe schon Jahrzehnte lang vor Herausforderungen stellen: Wie können Impfungen in Konfliktgebieten durchgeführt werden? Wie begegnet man häuslicher und sexueller Gewalt, die mit Kriegen einhergeht? Wie kann man Betroffene schnell, kostengünstig und wirksam mit Bargeld unterstützen, um überlebensnotwendige Güter zu beschaffen?

Wie sieht „bessere“ Hilfe aus?

Siebzig Millionen Menschen flohen 2018 aus ihrem zu Hause; zwei Drittel innerhalb ihres eigenen Landes. Die anderen überqueren internationale Grenzen, um Zuflucht zu finden. Die Lücke zwischen humanitärem Bedarf und verfügbaren Finanzmitteln war noch nie so groß. Es reicht nicht aus, der Krise allein mit mehr Hilfe zu begegnen. Vielmehr braucht es bessere Hilfe, die darauf ausgerichtet ist, mit knappen Ressourcen die größte Wirkung zu erzielen und die Herausforderungen der heutigen Vertreibungskrise zu bewältigen.

Allzu oft mag der humanitäre Sektor als Ansammlung einzelner Akteure mit unterschiedlichen Mandaten erscheinen. IRC will mit dazu beitragen, dass er sich in ein dynamisches System wandelt, in dessen Zentrum die Menschen stehen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Lesen Sie den „Better Aid“-Brief.

Portraitfoto von IRC Deutschland Geschäftsführer Ralph Achenbach mit IRC-Pin lächelt in die Kamera

„Damit Integration gelingt, müssen sich nicht nur die Neuankömmlinge anstrengen. Auch die deutsche Gesellschaft in all ihrer Vielfalt kann und muss mithelfen. IRC will hier einen wichtigen Beitrag leisten. Im Dialog mit Politik, staatlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen, Medien und deutscher Öffentlichkeit möchten wir Geflüchteten eine Stimme geben und die Debatte in Deutschland mitgestalten. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir kontinuierlich daran, produktive Lösungen zu finden.”

Ralph Achenbach
Geschäftsführer IRC Deutschland
IRC Deutschland Geschäftsführung

Welche Strategie wendet IRC in Deutschland an?

International Rescue Committee wurde 1933 auf Initiative von Albert Einstein gegründet, um Flüchtlingen aus Deutschland und ganz Europa bei der Bewältigung von Konflikten und Verfolgungen zu helfen. Kein Land in Europa hat in absoluten Zahlen seit dem Jahr 2015 mehr Geflüchtete aufgenommen als Deutschland: 1,7 Millionen Menschen vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak leben heute in Deutschland. IRC war und ist es wichtig, mit der eigenen Expertise diese Menschen und die aufnehmende Gesellschaft beim Gelingen der Integration zu unterstützen.

Im Juli 2016 wurde deshalb IRC Deutschland gegründet, mit Büros in Berlin und Bonn. Ziel ist es, deutschen Partnern mit der Erfahrung aus über acht Jahrzehnten Flüchtlingsarbeit zur Seite zu stehen.

IRC Deutschland ist führend bei der Entwicklung innovativer und evidenzbasierter Ansätze zur Unterstützung von Geflüchteten und Migrant*innen in prekären Situationen. Die Organisation greift dazu auf die Erfahrung aus vielfältigen Kontexten weltweit zurück. So unterstützt IRC schutzbedürftige Kinder und Erwachsene, Sicherheit zu finden und Zugang zu Bildung und Arbeit in Deutschland zu erhalten. Dies gelingt über die Stärkung lokaler Partner, um gemeinsam mit ihnen kompetente fachliche Beratung in den Bereichen Bildung, Schutz und Teilhabe sowie Arbeitsmarktintegration anzubieten.