Grundlagen dafür wurden nun im Rahmen eines Abkommens gelegt, das Vertreter der Taliban und USA am 29. Februar 2020 in Doha unterzeichnet haben. Vicki Aken, Afghanistan-Landesdirektorin des International Rescue Committee (IRC), begrüßt die Einigung.

Neue gewaltsame Angriffe gegen afghanische Sicherheitskräfte zeigen aber auch, wie wichtig es ist, sicherzustellen, dass alle Beteiligten gleichmäßig in die Friedensverhandlungen einbezogen werden.

„Der zwischen den USA und den Taliban geschlossene Frieden muss auch den Frieden innerhalb des Landes sichern. Gelingt dies nicht, ist das Leben afghanischer Frauen, Kinder und Männer weiterhin gefährdet.

„Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt in Afghanistan hat das Leben von mehr als 9 Millionen Menschen erschüttert, die nun auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Millionen mussten aus ihrer Heimat fliehen. International Rescue Committee begrüßt alle Bemühungen, die Gewalt verringern und den Weg zu einem anhaltenden Frieden in Afghanistan fördern.“

Ein stabiler Frieden kann aber nicht nur im Ausland beschlossen werden. Er muss im Land selber umgesetzt werden – in allen 394 Distrikten Afghanistans – und er muss Frauen, Jugendliche und Minderheitengruppen einbeziehen. Vor allem Frauen und Mädchen haben in den letzten zwei Jahrzehnten bemerkenswert viel geleistet und dabei ein einiges an Selbständigkeit zurückerlangt. Dieses Grundrecht auf Gleichberechtigung darf nicht beeinträchtigt werden.

International Rescue Committee unterstützt derzeit Menschen in Gebieten, die aufgrund von Gewalt und Unsicherheit für viele humanitäre Organisationen bisher nicht zugänglich waren. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, Afghanistan weiter zu unterstützen, um den Frieden zu ermöglichen und das Land  wieder aufzubauen und langfristig voranzubringen.“

International Rescue Committee ist seit 1988 in Afghanistan tätig. Es leistet dort Hilfe für die besonders Bedürftigen. Mit mehr als 1.700 Mitarbeitern und freiwilligen Helfern unterstützt IRC jährlich mehr als einer Million Afghanen mit Programmen im Bereich Schutz und Bildung, sowie wirtschaftlichen Wiederaufbau, aber auch Nothilfe, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.