Länderdaten
  • Bevölkerung: 23,3 Millionen
  • Geflüchtete und Binnenvertriebene: 330.000
  • Position im Index der menschlichen Entwicklung: 189 von 189
IRC vor Ort
  • Beginn der Aktivitäten: 2013

Überblick

Niger belegt sein vielen Jahren den letzten Platz im Index der menschlichen Entwicklung. Gründe dafür sind unter anderem die hohe politische Instabilität, regelmäßige Dürren samt chronischer Ernährungsunsicherheit sowie Gewalt. IRC unterstützt die bedürftige nigrische Bevölkerung bei der Deckung der Grundbedürfnisse und hilft Geflüchteten aus den Nachbarländern und Migrant*innen, die in der Wüste leben.

Wie ist die aktuelle Krise in Niger entstanden?

Seit den 1980er Jahren rangiert Niger auf dem letzten Platz im Index der menschlichen Entwicklung. Unsicherheit, Krankheiten und Gewalt sind allgegenwärtig. Häufige Dürren und Überschwemmungen machen es den vielen Bäuerinnen und Bauern schwer, sich selbst und die Bevölkerung zu ernähren. Gleichzeitig weist Niger eine der höchsten Geburtenraten weltweit auf.

Zusätzlich zu diesen Herausforderungen fliehen zahlreiche Menschen aus Nachbarländern wie Mali und Nigeria nach Niger. Hunderttausende, die vor der Gewalt der Terrorgruppe Boko Haram geflohen sind, leben heute in provisorischen Lagern in der Diffa-Region. Gewaltausbrüche und Naturkatastrophen zwingen Betroffene, ihre Heimatorte zu verlassen. Hinzukommt, dass Niger als Drehscheibe für Westafrikaner*innen auf dem Weg nach Nordafrika und Europa gilt.

Was sind die größten humanitären Herausforderungen in Niger?

Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht. So gibt es für Vertriebene bei ihrer Suche nach Frieden und sich eine neue Lebensgrundlage zu schaffen kaum Perspektiven. So sind sie häufig gezwungen, von Ort zu Ort zu ziehen.

Rund 2,3 Millionen Menschen sind in Not, doch nur ein geringer Anteil erhält humanitäre Hilfe. Nicht einmal fünf Prozent der Geflüchteten lebt in Lagern. Die meisten sind bei Gastfamilien oder in gefährlichen Wohnsituationen untergekommen, wo sie kaum auf Hilfe zurückgreifen können. Die Nahrungs- und Wasserreserven schwindend zunehmend, Unterernährung ist ein chronisches Problem. Außerdem haben viele Kinder keinen Zugang zu Bildung, die Einschulungsraten sind niedrig, die Schulbesuchsdauer gering.

Vertriebene müssen im Niger weite und gefährliche Wege zurücklegen, um Versorgung zu erhalten. Sie benötigen dringend einen besseren Zugang zu Gesundheitsdiensten, Nahrung und Wasser. Die Überlebenden von Menschenrechtsverletzungen brauchen sichere Räume, in denen sie medizinische, psychosoziale und rechtliche Unterstützung erhalten.

Wie hilft IRC in Niger?

IRC arbeitet seit 2013 in Niger und unterstützt intern Vertriebene, Geflüchtete aus den Nachbarländern und Rückkehrer*innen mit Nothilfe und Schutzmaßnahmen. Im Fokus stehen außerdem die Aufnahmegemeinden, die häufig selbst in Not sind.

IRC engagiert sich in den Regionen Diffa, Tillaberi und Agadez unter anderem durch:

  • die Bereitstellung von Soforthilfe für intern Vertriebene sowie für Geflüchtete aus Nigeria und Mali,
  • die Bereitstellung von Bargeldhilfen, Verpflegungsgutscheinen und Landwirtschaftshilfe für gefährdete Familien,
  • die Ausstattung lokaler Gesundheitszentren mit den wichtigsten medizinischen Geräten und Medikamenten,
  • das Graben von Brunnen zur Bewässerung von Pflanzen,
  • die Untersuchung und Behandlung von stark unterernährten Kindern,
  • die Fortbildung in richtiger Ernährung und in guten Hygienetechniken sowie
  • den besseren Schutz von Kindern und die Prävention von Gewalt gegen Frauen.
Welche weiteren Maßnahmen plant IRC im Niger?

Laden Sie die Strategie von IRC im Niger herunter, um mehr über die geplanten Aktivitäten bis 2020 zu erfahren.