Länderdaten
  • Gesamtbevölkerung: 20,3 Millionen
  • Menschen, die humanitäre Hilfe benötigen: 3,2 Millionen
  • Platz im Index für menschliche Entwicklung: 179 von 188
IRC vor Ort
  • Begin der Arbeit in Mali: 2012

Überblick

Mali hat bewaffnete Konflikte und politische Instabilität im Norden des Landes erlebt, was zur internen Vertreibungen und  noch knapperen Ressourcen in den Aufnahmegemeinden im Süden geführt hat. IRC reagiert mit Soforthilfe und arbeitet an der Stärkung der Gesundheitsdienste und der Bildung von Kindern und Jugendlichen. 

Was hat die aktuelle Krise in Mali verursacht?

Seit 2012 mussten aufgrund von gewaltsamen Konflikten und politischer Instabilität im Norden des Landes Hunderttausende Malier*innen ihre Heimat verlassen. Mehr als 520.000 Menschen flüchteten sich in Nachbarländer, weitere 330.000 wurden intern vertrieben. Ausbleibender Regen führte zu Missernten. Diese Entwicklungen haben die Nahrungsmittelknappheit in der Region extrem verschärft.

Die Krise in Malis hat inzwischen zum Zusammenbruch im Bereich der öffentlichen Dienstleistungen geführt - insbesondere im Gesundheits- als auch im Bildungswesen in der nördlichen Region. Im gesamten Land sind rund 3,2 Millionen Menschen - so die Bedarfsermittlung der Vereinten Nationen - auf Unterstützung angewiesen.

Was sind die größten humanitären Herausforderungen in Mali?

Die Konfliktparteien in Mali haben zwar ein Friedensabkommen unterzeichnet. Dennoch erschüttern gewaltsame Kämpfe mit Beteiligung seperatistischer und islamistischer Gruppen immer wieder den Norden des Landes.  

Diese Übergriffe sorgen dafür, dass noch mehr Menschen ihre Häuser verlassen und in anderen Regionen nach Sicherheit suchen. Die Herausforderungen in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Gesundheit werden damit noch größer. Zugang zu Nahrungsmitteln, Einkommen und Kaufkraft sinken dramatisch. Gleichzeitig wird den humanitären Hilfsorganisationen der Zugang zu den schutzbedürftigen Menschen in den jeweiligen Krisenregionen erschwert. 

Wie hilft IRC in Mali?

Seit 2012 hat IRC mehr als eine halben Million Menschen, die durch Konflikte und Hunger vertrieben wurden, mit lebensrettender Hilfe unterstützt. 

Im Rahmen der Projektarbeit konzentriert sich IRC auf die Regionen Koulikoro, Kidal, Gao und Mopti. Dabei werden Programme in folgenden Bereichen umgesetzt: 

  • Bereitstellung von Soforthilfe, u.a. in Form von Nahrungsmittelgutscheinen; 
  • Unterstützung von Sparclubs und einkommensschaffenden Aktivitäten - insbesondere für Frauen; 
  • Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, Wasseraufbereitungskits, Sanierung von Wasserstellen und Gesundheitsversorgung; 
  • Versorgung schutzbedürftiger Menschen mit lebenswichtigen Gesundheitsdiensten, Schulung von örtlichem Gesundheitspersonal; 
  • Unterstützung von Kindern und Eltern bei der Traumabewältigung z.B. durch psychosoziale Betreuung; 
  • Ausbildung von Lehrer*innenn und Wiedereröffnung von Schulen für konfliktbetroffene Kinder 
Welche weiteren Maßnahmen setzt IRC in Mali um?

Seit diesem Oktober leistet IRC mit Unterstützung vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)  strukturbildende Übergangshilfe in Mali. Ziel ist, die Widerstandsfähigkeit der von Konflikten und Klimawandel betroffenen Bevölkerung im Distrikt Ténenkou zu stärken. Neben der Verbesserung der Ernährungs- und Nahrungsmittelsicherheit soll im Rahmen des Projekts auch der soziale Zusammenhalt innerhalb der Gemeinden gestärkt werden. Um besonders schutzbedürftige Menschen zu unterstützen – darunter vor allem Frauen und Kinder – organisiert IRC Aufklärungsveranstaltungen zu den Themen Unterernährung, Klimawandel und friedliche Konfliktbearbeitung.