Muttersprachliche Elternkurse zur Stärkung der Erziehungskompetenzen von geflüchteten Familien in Deutschland

Nach ihrer Ankunft in Deutschland sind geflüchtete Eltern häufig Belastungen ausgesetzt. Diese erschweren es ihnen, ihre Rolle als fürsorgliche und aufmerksame Eltern durchgängig auszufüllen. Unsichere Aufenthaltsbedingungen, häufige Ortswechsel, wirtschaftliche Not, mangelnde Privatsphäre in Gemeinschaftsunterkünften, der Verlust ihrer Heimat und der Wegfall ihres familiären und sozialen Netzwerkes können zu Gefühlen von Hilflosigkeit und Überforderung führen. Veränderte Rollenverhältnisse innerhalb der Familie, Traumatisierungen aufgrund von Kriegs- und Fluchterfahrung und die allgemeine Herausforderung, sich in eine fremde Kultur integrieren zu müssen, stellen zusätzliche Hürden dar. 

Deshalb ist es wichtig, die Kompetenzen geflüchteter Eltern im Umgang mit Stress und den Herausforderungen des Alltags zu stärken. So werden sie darin unterstützt, ihre Rolle als fürsorgliche Eltern gut auszufüllen.

Wirkungsziele

Mit dem Programm Families Make the Difference reagiert IRC Deutschland auf den Unterstützungsbedarf von geflüchteten Eltern und ihren Kindern. Ziel des Programms ist es, die Entwicklung von Kindern aus geflüchteten Familien zu fördern. Deshalb vermittelt IRC Deutschland gemeinsam mit einem breiten Netzwerk von Kooperationspartnern geflüchteten Eltern in muttersprachlichen Kursen Strategien zum Umgang mit Stress, Wissen zur frühkindlichen Entwicklung, Aktivitäten für positive Eltern-Kind-Interaktionen sowie Methoden der gewaltfreien Erziehung. 

Die Kurse dienen auch der gegenseitigen Unterstützung und dem Austausch der Eltern untereinander. 

Projektdetails und Partnerorganisationen

Projektlaufzeit: 01.01.2019 – 31.12.2019

Ein global erprobtes Konzept

Die Elternkurse basieren auf dem IRC-Kurshandbuch Families Make the Difference für Eltern von Kindern im Alter von 0 bis 5 Jahren. Das Kurshandbuch, das von IRC bereits in 16 Ländern als Grundlage für Elternkurse genutzt wurde, wurde überarbeitet und an den deutschen Kontext angepasst. So adressieren die muttersprachlichen Elternkurse die besonderen Herausforderungen, die sich aus dem Leben in der Flüchtlingsunterkunft, kulturellen Anpassungsschwierigkeiten in Deutschland und den Unsicherheiten des Asylverfahrens ergeben.

Standorte und Zielgruppen

Die Elternkurse werden ab Juni 2019 an vier Standorten (Berlin, Leipzig, Bonn und Mannheim) auf Arabisch und Dari angeboten. IRC Deutschland bildet die arabisch- und darisprachigen Kursleiter*innen sorgfältig aus. Mit den Kursen werden sowohl Mütter als auch Väter angesprochen. Das Angebot steht allen geflüchteten Familien offen, unabhängig vom Ausgang ihres Asylverfahrens und ihres Aufenthaltsstatus. Parallel zu den Kursen bietet IRC bei Bedarf eine Kinderbetreuung an.

Geber

Das Programm Families Make the Difference wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert.  

    Partnerorganisationen

    Bei der Umsetzung des Programms Families Make the Difference wird IRC Deutschland von einem breiten Netzwerk an Kooperationspartnern unterstützt, die Räumlichkeiten für die Durchführung der Elternkurse zur Verfügung stellen und geflüchtete Eltern auf das Kursangebot aufmerksam machen. Am Standort Mannheim werden die Families Make the Difference Elternkurse in Kooperation mit der AWO Mannheim angeboten. Weitere Partner des Programms sind: 

    • Soziokulturelles Zentrum „Die Villa“ Leizig 
    • Kiezspinne FAS e.V. 
    • Berliner Stadtmission 
    • ABZiel 
    • Kultur- und Sportclub Salam e.V. 
    • Yekmal e.V. 
    • Prisod Wohnheimbetriebs GmbH 
    • Mittelhof e.V. 
    • Die Johanniter Regionalverband Leipzig/Nordsachsen 
    • FAIRbund e.V. 
    • WORKS Gemeinnütziges Bildungswerk GmbH Berlin