Monsun in Bangladesch

  • Starke Monsunregenfälle haben das größte Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch getroffen, das mehr als eine Million geflüchtete Rohingya beherbergt.
  • Die medizinischen Teams von IRC sind im Lager, behandeln Patient*innen und stellen lebenswichtige Unterstützung zur Verfügung.
Länderdaten
  • Bevölkerung: 161,4 Millionen
  • Vertriebene: Fast eine Million Rohingya aus Myanmar
  • Position im Index der menschlichen Entwicklung: 136 von 189
IRC vor Ort
  • Beginn der Aktivitäten: 2018

Überblick

Im August 2017 explodierte die Gewalt gegen die Volksgruppe der Rohingya in Myanmar. Seitdem sind über 700.000 von ihnen nach Cox’s Bazar in Bangladesch geflohen. Zusammen mit in den Vorjahren geflohenen Menschen leben heute rund 1,2 Millionen Geflüchtete in Cox’s Bazar. Diese Menschen sind abhängig von Hilfsleistungen und teils extrem durch den Monsun gefährdet.

Wie ist die aktuelle Krise in Bangladesch entstanden?

Seit 2012 hat die Gewalt gegen die muslimische Minderheit in Myanmar Hunderttausende gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die meisten von ihnen gehören zur Volksgruppe der Rohingya, die heute als das zahlenmäßig größte staatenlose Volk gelten. Allein im Jahr 2017 flohen über 650.000 Menschen nach Bangladesch. Durch die massiven Vertreibungen sind die Flüchtlingslager gefährlich überfüllt. Die Grundversorgung der Geflüchteten ist gefährdet.

Was sind die größten humanitären Herausforderungen in Bangladesch?

Fast eine Million Geflüchtete in Cox's Bazar leben in überfüllten Unterkünften aus Bambus und Planen. Viele der Hütten wurden auf gerodeten Hängen gebaut und sind von Erdrutschen bedroht. Diese einfachen Konstruktionen halten den starken Regenfällen der Monsunzeit, die von Mai bis September dauert, kaum stand.

Bangladesch ist im Umgang mit Naturkatastrophen sehr versiert. Die zusätzlichen Menschen belasten die Behörden allerdings weit über ihre Grenzen hinaus. Gleichzeitig wird das Gesundheitswesen durch die Vertriebenen arg strapaziert. Krankheiten wie Diphtherie und Cholera sind bereits weit verbreitet. Monsunüberschwemmungen verschärfen diese Probleme, da sie Latrinen fluten und Wasserquellen verseuchen. Dengue-Fieber, Hepatitis und Durchfall können jederzeit in den Lagern ausbrechen.

Die Rohingya sind weiter auf humanitäre Hilfe angewiesen und die Arbeit der Hilfsorganisationen ist lebenswichtig. Doch nur ein geringer Teil der notwendigen Mittel wurde von der internationalen Staatengemeinschaft bisher bewilligt.

Wie hilft IRC in Bangladesch?

IRC konzentriert sich in Cox's Bazar auf die Wirkungsbereiche Gesundheit sowie Schutz von gefährdeten Frauen und Kindern. Gemeinsam mit Partnern betreut die Organisation in sogenannten „One-Stop-Shops“ Frauen und Mädchen. Hier finden sie Reproduktions- und Geburtsdienste und Unterstützung, wenn sie Gewalt ausgesetzt sind.

IRC hat außerdem mobile medizinische Teams aufgestellt, die schwer zugängliche Bevölkerungsgruppen im Lager Kutupalong-Balukhali versorgen. Während der Monsunzeit unterstützen diese mobilen Teams auch die lokalen Gemeinschaften Bangladeschs, deren Gesundheitseinrichtungen durch Überschwemmungen oder Erdrutsche geschlossen werden müssen.