Was mit der Black History Week 1926 in den USA anfing, hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Monat des Feierns der Schwarzen Kultur und Geschichte entwickelt. 

Seit den 1990er-Jahren wird in Deutschland jedes Jahr der Februar zum Black History Month ernannt, mit dem Ziel, die Leistungen Schwarzer Menschen in Deutschland hervorzuheben, die seit jeher weitgehend ignoriert wurden. Um bei der Bildung und Aufklärung die Schwarze Gemeinschaft zu unterstützen und diesen Monat zu feiern, empfiehlt IRC sechs Bücher- und Filmtipps Schwarzer Schöpfer*innen, die von den Erfahrungen ihrer Community erzählen.  

1. When They See Us, Netflix-Serie von Ava DuVernay 

Die Mini-Serie erzählt die wahre Geschichte von fünf afro- und lateinamerikanischen Teenagern aus Harlem, die in den 80er-Jahren fälschlich eines brutalen Gewaltverbrechens beschuldigt werden. Die Serie wurde von der Oscar-nominierten Regisseurin Ava DuVernay gefilmt, die schon mit dem Dokumentarfilm ‚The 13th‘ für Aufmerksamkeit auf das rassistische Rechtssystem sorgte. 

„Ich will einfach alle an den Schultern rütteln und sagen ‘Weißt du nicht, dass sowas passiert?’ Und wenn du es nicht weißt, lass es mich dir zeigen. Und wenn du es einmal gesehen hast, liegt es bei dir."

Ava DuVernay im Interview mit Dana Feldman in Forbes.

2. Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche, Buch von Reni Eddo-Lodge

Die britische Autorin Reni Eddo-Lodge beleuchtet in ihrem Buch die Diskussion über Hautfarbe und verknüpft diese mit Themen wie sozialen Schichten und Feminismus, um Intersektionalität einzubringen. Sie erzählt von der Schwarzen Geschichte im Kontext des britischen Kolonialismus und klärt über vergessene und verborgene Leistungen von People of Colour auf. 

3. Call Us What We Carry, Gedichtsammlung von IRC-Ambassador Amanda Gorman

Seit dem Vortragen ihres Gedichts bei der Amtseinführung des US-amerikanischen Präsidenten Joe Biden ist Amanda Gorman eine der berühmtesten Poet*innen der Welt und der literarische Stern der 23-jährigen Afro-Amerikanerin steigt weiter auf. In ihrer neuen Gedichtsammlung fasst Gorman Themen wie Identität, Schmerz und Sprache in Zeiten einer globalen Pandemie auf.

4. Such a Fun Age, Buch von Kiley Reid

In ihrer Coming-of-Age-Geschichte schildert die amerikanische Autorin Kiley Reid die fiktiven Leben der afro-amerikanischen Babysitterin Emira und ihrer weißen Arbeitgeberin Alix. Durch die Augen der beiden Hauptcharaktere thematisiert Reid ‚White Privilege‘ und ‚White Guilt‘ sowie die Komplikationen von Machtdynamiken in Beziehungen zwischen Menschen verschiedener Herkunft.

5. Die Hälfte der Sonne, Buch von Chimamanda Ngozi Adichie

Die ineinander verwebten Leben dreier Protagonist*innen unterschiedlichster Herkunft und sozialer Schichten entwickeln sich im Vordergrund eines Krieges auf hoffnungsvolle und tragische Weise. Die preisgekrönte nigerianisch-amerikanische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie erzählt in ihrem Roman eine Geschichte inmitten des Biafra-Konflikts, eines vergessenen Krieges, der von 1967 bis 1970 in Nigeria und der einstigen Republik Biafra viele Leben zerstörte. 

6. Ich wollte leben wie die Götter, Buch von Ibraimo Alberto

Aufgewachsen auf einer Sklavenfarm in Mosambik, kommt Ibroimo Alberto 1981 für sein Studium in die DDR. Trotz täglicher rassistischer Übergriffe und dem Mord seines besten Freundes durch Nationalsozialisten, lebt Alberto ein beeindruckendes Leben in Deutschland. Er boxt in der Bundesliga und wird Ausländerbeauftragter der Bundesregierung, bevor er wegen rechtsradikaler Drohungen gegen ihn und seine Familie in Karlsruhe ‚innerdeutsches Asyl’ erhält. 

Mehr als nur ein Monat

Die Themen dieser Erzählungen und die Erlebnisse ihrer Protagonist*innen sind auch außerhalb des Black History Month von fundamentaler Bedeutung. Nicht nur in diesem Monat, sondern auch im restlichen Jahr, müssen wir Schwarze Geschichte und Geschichten Schwarzer sichtbar machen.
 
Wir dürfen den Kampf für die Rechte aller Menschen nicht aufgeben und müssen füreinander einstehen. Dazu gehört, dass wir unsere und andere Erfahrungen miteinander teilen, uns informieren und für mehr Gerechtigkeit kämpfen. 

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