Fünf pädagogische Fachkräfte auf Honorarbasis für das Ferienprogramm Huckepack

Über uns

International Rescue Committee (IRC) steht von Krieg und Krisen betroffenen Menschen zur Seite, um ihr Überleben und den Wiederaufbau ihrer Existenz zu sichern. Seit ihrer Gründung im Jahre 1933 auf Anregung von Albert Einstein leistet die Organisation insbesondere für Flüchtlinge lebensrettende Hilfe. Heute unterstützen wir jährlich etwa 23 Millionen Menschen in über 40 Ländern der Welt. Seit 2016 sind wir auch mit zwei Niederlassungen in Deutschland aktiv. Dabei setzen wir Integrationsprojekte mit und für geflüchtete Menschen in Deutschland um, mit Schwerpunkt auf den Bereichen Schutz, Bildung und wirtschaftliche Integration. Dabei liegt der Fokus im Bereich Bildung auf der Förderung des psychischen Wohlbefindens geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Grund- und Sekundarschulen, u.a. durch das Pilotprojekt Huckepack.

Teach First Deutschland ist eine gemeinnützige Bildungsorganisation, die zeigt, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von Herkunft und Einkommen der Eltern erfolgreich sein können. Dafür bildet Teach First Deutschland herausragende Hochschulabsolvent*innen zu Fellows aus, die als zusätzliche Lehrkraft Schüler*innen an Brennpunktschulen gezielt in Übergängen im Bildungssystem unterstützen und fördern. Teach First Deutschland hat seit Gründung vor zehn Jahren mehr als 72.000 Schüler*innen erreicht. Beim Pilotprojekt Huckepack werden 32 Fellows auf ihren bevorstehenden Schuleinsatz vorbereitet.

Huckepack

Huckepack findet im Juli 2020in der Stadt Essen an Gesamtschule Bockmühle statt und hat das Ziel, neuzugewanderte Kinder mittels eines Sommerferienprogramms sozial, emotional und sprachlich beim Übergang in die weiterführende Schule aktiv zu begleiten.

Die Kinder, die bei Huckepack mitmachen, oder ihre Eltern sind nach Deutschland eingewandert. Nun stehen die Kinder vor einem Schulwechsel, der in ihrem Bildungsleben eine Weichenstellung bedeutet. Für die meisten Kinder ist diese Phase des Übergangs von der Grundschule in die fünfte Klasse eine Herausforderung. Bezugspersonen ändern sich, die Wege von Freund*innen trennen sich, und der Leistungsdruck steigt an. Vor allem bei Kindern mit Fluchterfahrung berichten und beobachten Lehrkräfte, dass sie im neuen Umfeld nicht so leicht Halt finden können. Sie können ihr Wissen nicht mehr abrufen und isolieren sich. Gerade jetzt wiegt es schwer, dass die Kinder in den Wochen vor den Sommerferien wenig in die Schule gehen konnten. In der Coronakrise ist gleichzeitig deutlich geworden, dass diese Kinder beim digitalen Lernen nicht die Ressourcen abrufen können, die sie brauchen – es fehlt an Technologie, Infrastruktur, Know-How und Unterstützung. Wenn die Herausforderung zu einer andauernden Verunsicherung wird, entsteht toxischer Stress, der die Entwicklung der Kinder und ihr Wohlbefinden beeinträchtigt.

Aus der Forschung ist jedoch bekannt, dass die Folgen von toxischem Stress aufgehalten oder rückgängig gemacht werden können. Hier setzt Huckepack an:Ziel ist es, neuzugewanderte Kinder in Essen während ihres Übergangs von der Grund- zur weiterführenden Schule sozial-emotional zu begleiten und vorzubereiten: durch Beziehungsarbeit, gutem Unterricht, Spiel und Spaß.

Vom 6. bis zum 31. Juli 2020 findet vier Wochen lang, von Montag bis Freitag, das Programm statt. Die Kinder nehmen jeweils für zwei Wochen am Programm teil, dann wechselt die Gruppe. In dieser Zeit werden die Kinder von 8:30 Uhr bis 15:30 Uhr von Ihnen als pädagogischer Fachkraft sowie von „Teach First Deutschland“-Fellows unterrichtet und unterstützt. Sie als pädagogische Fachkraft gestalten für zwei 90-minütige Blöcke am Tag den Unterricht für eine Gruppe von ca. acht Kindern, mit dem Fokus auf die Etablierung positiver Bindungen zu den Kindern und der Förderung von Deutsch als Zweitsprache. Gleichzeitig sind Sie erfahrene Ansprechperson für die Fellows vor Ort, die sich in ihrer Vorbereitungszeit auf ihren zweijährigen Schuleinsatz befinden. Die Fellows wiederum gestalten Projekte mit den Kindern und fördern das sozial-emotionale Lernen.

Das Programm orientiert sich durchgehend am Konzept der „Healing Classrooms“, einem Ansatz zur Bereitstellung einer sicheren und unterstützenden Lernumgebung sowie zur Unterstützung des sozial-emotionalen Lernens. Healing Classrooms basiert auf 30 Jahren Erfahrung und wird seit über einem Jahrzehnt in der Praxis getestet. Es bietet Kindern einen sicheren, vertrauten Ort, um zu lernen. Durch die gezielte Resilienzförderung werden die Kinder in den Bereichen Kontrollüberzeugung, Selbstwertgefühl, Zugehörigkeitsgefühl, Positive Bindungen und Intellektuelle Anregungen gestärkt. Dieser Ansatz basiert aufForschungen, die zeigen, dass sozial-emotionale Lernprogramme die Alltagskompetenzen, das Verhalten und die schulische Leistung der Schüler*innen verbessern. So werden die Kinder in den Bereichen Denkvermögen, Gefühlsregulierung, Beziehungsfähigkeit, Konfliktfähigkeit sowie Beharrlichkeit gestärkt.

Im Rahmen des Programms werden alle geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen eingehalten und gewährleistet. Ein*e Gesundheitsbeauftragte*r ist für Sorgen und Fragen der beteiligten Kinder, Eltern und pädagogischen Fachkräfte vor Ort und unterstützt bei der Einhaltung aller Vorgaben. Den Kindern werden mobile Endgeräte zur Verfügung gestellt, damit sie Aufgaben und Projekte digital bearbeiten und durchführen können. Sowohl die pädagogischen Fachkräfte als auch die Fellows werden ebenso mit den Endgeräten ausgestattet. Übergang zur neuen Schule in Zeiten der Pandemie bedeutet für diese Kinder auch, dass sie die Schule als digitalen Ort der Sicherheit und Unterstützung erleben müssen. Das Programm wird inhaltlich so geplant, dass bei einem Verdachtsfall von Covid-19 die entsprechende Gruppe über mobile Endgeräte weiterhin in Kontakt steht, Aufgaben und Projekte durchführen kann und trotz allem eine erfolgreiche Teilnahme bei Huckepack für die Kinder möglich ist.

Für die Kleingruppenleitung sowie Durchführung des Unterrichts während des vierwöchigen Sommerprogramms an der Gesamtschule Bockmühle in Essen-Altendorf sucht IRC zum 1. Juli 2020 fünf pädagogische Fachkräfte.

Die Termine im Überblick:

Der Arbeitsort ist Essen. Die Arbeit (inkl. Online-Vorbereitungstage) wird mit 4.000€ (inkl. USt) vergütet. Eine Unterbringung in Essen kann bei Bedarf von IRC gestellt werden.

Ihr Verantwortungsbereich

Ihr Profil

Bitte reichen Sie Ihre vollständigen Unterlagen (Motivationsschreiben, Lebenslauf, relevante Arbeitszeugnisse und Arbeitsergebnisse) per E-Mail an Herrn Barış Altındağ, Projektleiter Bildung, bis spätestens zum 31. Mai 2020 ein. Bitte bewerben Sie sich aufgrund der Kürze der Zeit sobald als möglich; Auswahlgespräche finden fortlaufend statt.

Weitere Informationen zu IRC finden Sie auf IRCDeutschland.de.

IRC legt bei der Auswahl geeigneter Kandidat*innen ausschließlich Qualifikation und Erfahrung zugrunde. Persönliche Eigenschaften wie Geschlecht, Herkunft, Religion, Hautfarbe, sexuelle Orientierung, Alter, Familienstand oder Behinderung werden nicht berücksichtigt. Wir bitten daher von Fotos in den Bewerbungsunterlagen abzusehen.
Die Ausschreibungrichtet sich insbesondere auch an geeignete Bewerber*innen mit Schwerbehinderung.